April 18, 2008
Soeben auf einer PK in Berlin vorgestellt: Das neue Forschungsrating des Wissenschaftsrates zur Forschungsleistung der Soziologie. Im Bericht wird die Leistung von 57 universitären und ausseruniversitären Einrichtungen anhand der Kriterien
Forschungsqualität
Impact/Effektivität
Effizienz
Nachwuchsförderung
Transfer in andere gesellschaftliche Bereiche
Wissensvermittlung und -verbreitung
bewertet.
Ohne den Bericht schon im Detail gelesen zu haben, fiel mir bei der ersten Durchsicht u.a. folgende Aussage bezgl. Datenerhebung auf:
“Auf eine umfassende Zitationsanalyse wurde verzichtet, da beim derzeitigen Stand der verfügbaren Datenbanken nur die Zitationen zu einem geringen Teil des gesamten Publikationsausstoßes der deutschen soziologischen Forschung hätten erfasst werden können. Nur ein Drittel der erfassten soziologischen Publikationen zwischen 2001 und 2005 waren Aufsätze in Zeitschriften, von denen wiederum nur ein Viertel (8,8 % der gesamten Publikationen) in solchen Zeitschriften erschien, die in den herkömmlichen Zitationsindizes ausgewertet werden.
Sicherlich eine interessante Feststellung zum Publikationsaufkommen in der Soziologie und zur Quantität in sozialwissenschaftlichen Datenbanken. Näheres hierzu auch im Kapitel “Publikationskultur mit heterogenen Qualitätsstandards”.
Als Datengrundlage bei der Erhebung des Publikationsaufkommens wurden SOLIS und die CSA-DB (also vorwiegend Sociological Abstracts) zu Rate gezogen, ergänzt um Selbstmeldungen der betroffenen Einrichtungen.
Die Autoren äussern auch den Wunsch (?):
“Die hier vorgelegten Bewertungen können eine fundierte Entscheidungshilfe bieten. Von einer Kopplung der staatlichen Mittelvergabe an eine punktuelle Bewertung sollte aber abgesehen werden.”
Keine Kommentare » |
Soziologie | Getaggt: Soziologie |
Permalink
Verfasst von hjbove
März 1, 2008
Eine kleine Stichprobe zur Anzahl ausgewerteter Artikel in großen (sozialwissenschaftlichen) Datenbanken (ausser Web of Science, da kein Fernzugriff möglich) ergab folgendes Bild: zsnvergleich2.pdf
Zur Erläuterung: ermittelt wurden die Gesamttrefferanzahl zu englisch- und deutschsprachigen Kernzeitschriften über den Zeitschriftenindex der einzelnen Datenbanken. Nähere Betrachtungen zur Güte der Treffer (Dubletten, vorhandene Erschließung, Abstracts, etc.) wurden nicht unternommen. Deshalb sind manche quantitativen Angaben nochmals genauer zu überprüfen.
Was fällt nun auf:
- In Absolutzahlen (engl. und dt. Titel) “führt” SocIndex (mit Volltext) vor Sociological Abstracts, vor IBSS, OLC und IBZ
- Die Abstände sind z.T. beträchtlich: SocIndex verzeichnet 3x mehr als IBSS und 6x mehr als OLC (hier erste Auswertung ab 1993 )
- wiso, als die deutschsprachige DB, erreicht nicht die Anzahl verzeichneter Artikel aus deutschen Kernzeitschriften, wie die Konkurrenz von Sociological Abstracts und SocIndex
- Weit abgeschlagen bezgl. des Kernzeitschriftenbestand der Soziologie ist die Datenbank IBZ.
- Die großen Unterschiede beruhen nicht nur allein auf dem längeren Auswertungszeitraums “älterer” Zeitschriften wie etwa Social Forces. In Relation werden auch neuere Zeitschriften wie FQS (Open Access) unterschiedlich intensiv ausgewertet.
- Size does matter: in dieser Stichprobe liegen die großen sozialwissenschaftlichen Fach-DB vorn, nicht weil sie hunderte “Rand-”Zeitschriften auswerten, sondern aufgrund ihrer größeren Anzahl ausgewerteter Artikel aus Kernzeitschriften.
Keine Kommentare » |
Datenbanken, Soziologie |
Permalink
Verfasst von hjbove