Reemtsma und Tönnies
Mai 2, 2008[aus: idw-online]
[aus: idw-online]
Im Heft 1 der Online Information Review sind zwei für einen Datenbankvergleich interessante Artikel publiziert:
Jürgen Kaube schreibt im FAZ.NET eine lesenswerte Kritik am Rating und am methodischen Vorgehen des Wissenschaftsrates.
In zoon politikon startete eine Serie zur Spieltheorie und Sozialwissenschaften. Im ersten Teil geht es um das Gefangenendilemma. Als verständliche (wenngleich schon etwas veraltete) Einführung in die Spieltheorie empfehle ich Spieltheorie für Einsteiger von Dixit / Nalebuff, für alle die erst einmal in die Materie ohne mathematische Formeln eintauchen wollen.
Soeben auf einer PK in Berlin vorgestellt: Das neue Forschungsrating des Wissenschaftsrates zur Forschungsleistung der Soziologie. Im Bericht wird die Leistung von 57 universitären und ausseruniversitären Einrichtungen anhand der Kriterien
Forschungsqualität
Impact/Effektivität
Effizienz
Nachwuchsförderung
Transfer in andere gesellschaftliche Bereiche
Wissensvermittlung und -verbreitung
bewertet.
Ohne den Bericht schon im Detail gelesen zu haben, fiel mir bei der ersten Durchsicht u.a. folgende Aussage bezgl. Datenerhebung auf:
“Auf eine umfassende Zitationsanalyse wurde verzichtet, da beim derzeitigen Stand der verfügbaren Datenbanken nur die Zitationen zu einem geringen Teil des gesamten Publikationsausstoßes der deutschen soziologischen Forschung hätten erfasst werden können. Nur ein Drittel der erfassten soziologischen Publikationen zwischen 2001 und 2005 waren Aufsätze in Zeitschriften, von denen wiederum nur ein Viertel (8,8 % der gesamten Publikationen) in solchen Zeitschriften erschien, die in den herkömmlichen Zitationsindizes ausgewertet werden.
Sicherlich eine interessante Feststellung zum Publikationsaufkommen in der Soziologie und zur Quantität in sozialwissenschaftlichen Datenbanken. Näheres hierzu auch im Kapitel “Publikationskultur mit heterogenen Qualitätsstandards”.
Als Datengrundlage bei der Erhebung des Publikationsaufkommens wurden SOLIS und die CSA-DB (also vorwiegend Sociological Abstracts) zu Rate gezogen, ergänzt um Selbstmeldungen der betroffenen Einrichtungen.
Die Autoren äussern auch den Wunsch (?):
Hier jetzt die um Google Scholar ergänzte Fassung des u.g. Vergleichs zu den Kernzeitschriften. Aus unterschiedlichen Gründen sind die GS-Angaben “ohne Gewähr” bzw. mit Vorsicht zu geniessen…: zsnvergleich5.pdf
Zur Ergänzung hier die momentanen Gesamtzahlen der DB (Stand:02.03.2008):
zum Vergleich: GoogleScholar English, Subject Area Social Sciences, Arts, and Humanities: ~4.130.000
Eine kleine Stichprobe zur Anzahl ausgewerteter Artikel in großen (sozialwissenschaftlichen) Datenbanken (ausser Web of Science, da kein Fernzugriff möglich) ergab folgendes Bild: zsnvergleich2.pdf
Zur Erläuterung: ermittelt wurden die Gesamttrefferanzahl zu englisch- und deutschsprachigen Kernzeitschriften über den Zeitschriftenindex der einzelnen Datenbanken. Nähere Betrachtungen zur Güte der Treffer (Dubletten, vorhandene Erschließung, Abstracts, etc.) wurden nicht unternommen. Deshalb sind manche quantitativen Angaben nochmals genauer zu überprüfen.
Was fällt nun auf:
Der neue “Spiegel” ist da: wie gehabt mit Infos zu Monos, Aufsätzen, Presseschau und mit einem Kurzportrait einer soziologischen Beratungsfirma (Arbeitsgebiet u.a. Web 3.0 ).
Auf den Newsletter des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung wurde schon aufmerksam gemacht, jetzt habe ich zufällig das Online-Handbuch Demografie des Instituts entdeckt. Erster Eindruck: positiv.